Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2014/15) – BUY NOW

Sportwagerl

Ein kompakter Bau für zwei

Autor: Magdalena Jöchler Fotos: Norbert Steiner

Architekt SPUTNIC ARCHITEKTUR Web www.sputnic.at Objekt Haus Z Kategorie Zubau / Niedrigenergie Adresse Schrattenthal Bauherr privat Planungsbeginn 2010 Fertigstellung 2012 Nutzfläche 181 m2 Kosten k. A. Auszeichnung Solar Plexus 2012 Fotografie Norbert Steiner

Die besten Ideen entstehen im Gehen. Die Ideen für das „Haus Zull“ sammelten Architekt und Bauherr auf dem Weg zum Gipfel des Kilimandscharo. „Es sollte ein Zweipersonenhaus entstehen. In der Architektur nennt man das ein ‚Sportwagerl‘“, erklärt Architekt Norbert Steiner seinen Auftrag. Zurück in Wien, wurden die Gedanken und Eindrücke von der Reise in einen Entwurf gegossen. „Die Freiheit beim Spazierengehen findet sich im Haus wieder“, beschreibt Steiner das Ergebnis der Wanderung. Wie eine Klammer legte der Architekt den eingeschoßigen Neubau in eine Baulücke vor dem Stadttor der Weinviertler Gemeinde Schrattenthal. An drei Seiten umschließt das Haus einen Innenhof, die vierte Seite bildet das Elternhaus des Bauherrn. Und weil der Architekt schon mal da war, wurde dieses auch gleich saniert und durch eine gemeinsame Energieversorgung mit dem Neubau verbunden. Zur Hofseite hin öffnet sich das neu gebaute Einfamilienhaus mit einer durchgehenden Glasfassade, die auf 22 Metern ohne Fensterrahmen und ohne Stützen auskommt. Die Sky-Frames, wie die rahmenlosen Fenster genannt werden, können komplett zur Seite geschoben werden. Im Hausinneren versorgen zwei Oberlichten den 4,20 Meter hohen Wohnbereich zusätzlich mit Licht.

„Es ist ein bisschen wie beim Höhlentauchen: Das Licht fällt aus verschiedenen Richtungen und Höhen in den Raum“, sagt Norbert Steiner. An der Rückseite des Hauses sorgt ein Lichthof mit Dusche für eine intime Atmosphäre. Der „Beautyhof“, wie er vom Architekten augenzwinkernd genannt wird, kann nur über die beiden Badezimmer betreten werden. Die Gestaltung des Eingangs überließ der Architekt dem Künstler Heimo Zobernig. Passend zur Winzertradition der Bauherrenfamilie, entschied sich Zobernig für Glaselemente im Grün von Weinflaschen und schließt damit gleichzeitig zu einer weiteren Weinviertler Tradition auf: den für die Gegend typischen grünen Hoftoren. Vor dem Eingang platzierte wiederum der Architekt eine Hausbank, um, wie er sagt, Kommunikation zu ermöglichen. Die Bank steht jetzt zwar auf der anderen Straßenseite, von dort kann man das Ensemble aber wunderbar inspizieren. Eine, die das mit ihren Freundinnen oft und gerne macht, ist die Mutter des Bauherrn. Sie hat sich mit dem modernen Bau mittlerweile gut angefreundet.

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