Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Das erste Mal, zwei mal drei

Das spektakuläre „Lake House“ am Neufelder See

Autor: Rosanna Atzara Fotos: Maximilian Eisenköck

Architektur Maximilian Eisenköck Architektur Web www.maxeisenkoeck.com Objekt Lake House Kategorie Neubau, Holzbau Fassadenmaterial Okoumé- Holzplatten Adresse Hornstein Bauherr Privat Planungsbeginn 10/2013 Fertigstellung 07/2015 Nutzfläche 220 m2 (Nettonutzfläche 200 m2) Kosten EUR 580.000,– Fotos Maximilian Eisenköck

„Es gibt im Leben und Schaffen der Architekten immer ein ‚erstes Mal‘, den ersten Auftrag. Dieser erste Auftrag ist entscheidend für den Beginn des Berufslebens. Denn der erste Auftrag setzt ein enormes Vertrauen des Bauherrn voraus … Es gibt Architekten, die deshalb lebenslang ihrem ersten Bauherrn dankbar dafür sind, dass er dieses Vertrauen aufbringen konnte. Zu Recht“, so der Direktor des Architekturzentrums Wien, Dietmar Steiner. Der erste Bau ist ein Meilenstein im Berufsleben eines Architekten und entscheidet oft auch, welche Bauherren folgen. Nicht nur von einem Bauherrn, sondern gleich von drei wurde der Architekt Maximilian Eisenköck das erste Mal beauftragt: „Es war genau der richtige Zeitpunkt. Alles hat gestimmt.“ Noch als Student war es die Familie der Bauherrin, die Eisenköck die ersten architektonischen Gehversuche ermöglichte. Für das „Lake House“ in Hornstein am Neufelder See südlich von Wien war damit die Vertrauensbasis geschaffen. Gemeinsamer Bauherren-Anspruch an den Drei-Familien-Sommersitz: spektakulär, hochwertig und dennoch kosteneffizient.

Diese scheinbar widersprüchlichen Kriterien wurden von Eisenköck kreativ und minimalistisch in einem u-förmigen Atelierhaus zusammengefasst. Das Haus ist ein Blickfang geworden, fällt – speziell im engen Kleingartenambiente des Neufelder Sees – durch die Farb- und Formkombination auf. Konstruktion und Fassade sind in Holz ausgeführt, wobei Fenster- und Glasflächen dominieren.

Überhaupt besticht das Haus trotz schwarzer Erscheinung durch Leichtigkeit und Transparenz. Auch die rechteckigen Felder aus afrikanischen Okoumé- Holzplatten scheinen sich jederzeit entfernen zu lassen, um den Blick vollkommen auf See und Garten freizugeben. Innen und Außen verschmelzen, die Grenzen verschwinden so weit, bis das Haus nur noch Überdachung ist. Die u-förmige Wohneinheit bietet Schutz und Freiheit zugleich. Eisenköck nutzte bewusst nicht die maximale Bebaubarkeit des Grundstücks – dem Architekten ging es vielmehr um Nachhaltigkeit und die clevere Nutzung des Raumes. Diese Einstellung manifestiert sich auch im Energiekonzept des Hauses: Als Sommerhaus geht es beim „Lake House“ um effiziente Kühlung, und diese soll durch eine Minimierung der Nutzfläche und eine sinnvolle Zonierung der Wohnbereiche erreicht werden; die Verhinderung von Wärmeverlusten wird durch Luftwärmepumpen im Estrichboden bewerkstelligt. „Das Bauen am Wasser ist ein Privileg“, sagt Eisenköck. Für ihn erzeugt der See eine besondere, mystische Atmosphäre. Diese einzufangen bzw. überhaupt erlebbar zu machen ist ihm mit dieser See-Villa eindrucksvoll gelungen. Außergewöhnliche Blicke, Zonen und Räume ergeben einen Ferien-Wohntraum. Das Ziel, sowohl den Wünschen der Bauherren als auch den eigenen kreativen Ansprüchen gerecht zu werden, wurde dabei insofern noch übertroffen, als die Bauherrenfamilien jetzt sogar mehr Urlaub als geplant machen – auch mit einem positiven sozialen Effekt: „Die Familie sieht sich jetzt viel öfter als früher.“

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