Aus 100 ÖSTERREICHISCHE Häuser (Ausgabe 2016/17) – BUY NOW

Alpen auf Augenhöhe

Ausgebaute Fensterfronten sorgen für ein 360-Grad-Rundumpanorama

Autor: Laura Schrettl Fotos: David Schreyer

Architektur Daniel Fügenschuh Web www.fuegenschuh.at Objekt Stadthaus St. Nikolaus Kategorie Neubau Aufstockung / Umbau Bestand, Niedrigenergiehaus, Holzbau Fassadenmaterial BBS+Betonfertigteil, vorgehängt Adresse St. Nikolaus in Innsbruck Bauherr Privat Planungsbeginn 2012 Fertigstellung 2014 Nutzfläche 165 m2 Kosten k. A. Fotos David Schreyer

Turmartig ragt das Gründerzeithaus inmitten des Stadtteils St. Nikolaus heraus. Das Viertel, eines der ältesten Innsbrucks, steht unter Denkmalschutz und befindet sich in der sogenannten SOG-Zone (Stadt- und Ortsbildschutzgesetz). Jedes Projekt muss einem Beirat vorgelegt werden. Der Entwurf von Architekt Daniel Fügenschuh für die Aufstockung des Hauses konnte jedoch überzeugen. Die kantige Erscheinung wurde durch die vertikale Erweiterung zusätzlich noch verstärkt. „Das Haus war schon immer höher als die anderen, daher war es naheliegend, dass man diese turmartige Struktur weiterbaut“, sagt Fügenschuh. Die Bodenhöhe der bestehenden Wohnung wurde gesenkt, dadurch gewann man an Höhe und musste nicht noch weiter nach oben aufstocken. „Das ist der Trick, warum es nicht so massiv aussieht, sondern leicht und elegant.“ Seit Jahren sind Architekt und Bauherr befreundet.

Der Bauherr ist sehr verwurzelt mit Haus und Gegend – er ist dort aufgewachsen, auch sein Vater lebt im Haus – und bewohnte seit Jahren eine kleine Wohnung im obersten Stock. Da ein Baby in Aussicht war, war ein Ausbau des Dachraumes naheliegend. Gemeinsam mit dem Architekten wurde ein Plan entwickelt, bei dessen Umsetzung der Bauherr selbst mitarbeitete. Für die vertikale Erweiterung musste das Dach entfernt und ein komplett neues Geschoss aufgesetzt werden. Dabei konnte das Dach schnell wieder geschlossen werden, was in einem bewohnten Haus unabdingbar ist.

Die Fassade, die noch aus Gründerzeiten stammt, ist nach wie vor erhalten. Mit der eingebauten Fensterfront wurde ein 360-Grad-Rundumpanorama geschaffen. „Je nachdem, was man in den Fokus nehmen möchte, die Altstadt oder die Berge, hat man dies mit dem Innenraum kombiniert. Beim Essplatz hat man beispielsweise die Augenhöhe als Hauptpunkt genommen, damit man beim Sitzen das Bergpanorama im Blick hat“, erklärt Fügenschuh. „Die Aufstockung ist nicht für jeden Normalbürger sofort zugänglich, aber dadurch, dass der Bauherr hier so verwurzelt ist und die Leute im Viertel oft trifft, hat er ständig positives Feedback bekommen.“

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